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Ölquellen im Nahen Osten droht das Ende

  • Posted on:  Dienstag, 12 November 2013 00:00
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Die Schieferöl-Revolution in den USA hat eine Kehrseite: Die klassischen Förderländer am Golf fahren Investitionen zurück. Damit droht der Nachschub des Energieträgers zu schwinden. Der Ölpreis könnte massiv steigen.

Düsseldorf. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor einem drohenden Engpass bei der Ölversorgung und höheren Preisen. Denn wegen der wachsenden Erdölförderung der USA aus Schiefervorkommen streichen die klassischen Produzenten am Persischen Golf ihre Investitionen zusammen. Die herkömmlichen Exporteure wie Saudi Arabien oder Kuwait würden angesichts der neuen Vorkommen in Nordamerika erst einmal abwarten.

 Die Exploration von Erdölfeldern und der Bau neuer Förderanlagen gerate damit ins Stocken. Die bislang erschlossenen Ölfelder am Golf sind zunehmend erschöpft. Wenn aber die Suche nach neuen Vorkommen bei global stetig steigendem Bedarf ausbleibt, versiegt allmählich der Nachschub des Energieträgers. Der Preis für den Schmierstoff der Weltwirtschaft könnte langfristig dramatisch steigen, warnt die Agentur.

„Ich bin wirklich besorgt, dass wir dem Nahen Osten die falschen Signale senden“, sagt IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol bei der Präsentation des jährlichen Energiemarktausblicks der Organisation. Die abwartende Haltung der Ölproduzenten sei definitiv nicht im Interesse der Energieverbraucher oder der Erdölmärkte, da die Preise deutlich steigen könnten. „Es kann auf uns zurückschlagen, wenn Investitionen zur rechten Zeit ausbleiben.“

Die IEA wurde 1973 von mehreren Industrienationen gegründet. Mittlerweile gehören ihr 28 Länder an. Die Agentur mit Sitz in Paris soll die Regierungen der Mitgliedsstaaten in Energiefragen beraten und dabei Tendenzen und Entwicklungen an den Märkten sowie neue Forschungsergebnisse und Technologien aufzeigen.

Im vergangenen Jahr hatte die IEA mit ihrer Prognose für Aufsehen gesorgt, dass die USA bis 2017 klassische Förderländer wie Saudi Arabien bei der Ölproduktion überholen werden. Bis zum Jahr 2017 werden sich die USA vom weltgrößten Energieverbraucher zum größten Produzenten wandeln, prognostizierten die IEA-Experten damals. Als Grund nannten sie die umfangreichen Vorkommen an Schiefergas und –öl. Dieses Jahr rechnen die IEA-Experten damit, dass die USA sogar schon 2015 Saudi Arabien als größten Ölexporteur ablösen werden.

Doch die Bedeutung der Schieferölfunde spielen die Experten nun herunter. Die Förderung der USA werde bereits 2020 ihren Höhepunkt erreichen und danach wieder abnehmen. Die Ölfelder des Nahen Ostens gewinnen dann wieder an Bedeutung. Die ausbleibenden Investitionen der Golfstaaten gefährden aber den Nachschub, warnen nun die IEA-Experten. „Der Nahe Osten wird entscheidend sein – heute und morgen“, sagt Birol. Lediglich Brasilien mit seinen Tiefsee-Bohrungen wird seine Bedeutung als Energielieferant bis 2035 steigern.

 

Quelle: Handelsblatt, 12. November 2013, 14:05 Uhr